Celle - Ein historischer Tag für das Volk der Deutschen, ein historischer Augenblick für das Landgestüt Celle! Die Niedersachsen luden ein, die Brandenburger, Mecklenburger, Sachsen-Anhaltiner und Hessen folgten dem Ruf in die Residenzstadt Celle – die einzig offizielle gesamtdeutsche Feierlichkeit im Pferdesektor fand als Hengstparade zum 20. Tag der Deutschen Einheit in Celle statt.
Es war wahrhaftig ein Tag der Einheit, getragen durch die hervorragende Zusammenarbeit der Celler Gestüter mit ihren Kollegen aus Neustadt (Dosse), Redefin, Prussendorf und Dillenburg. Jedes Gestüt brachte ein traditionelles Schaubild ihrer eigenen Hengstparade mit nach Celle. So erlebten die Besucher ein Potpourri der Hengstparaden.
Erstmalig eröffneten die Königskutschen das Programm, die Sechsspänner vor den Hofwagen lockten sogar die Sonne hervor. Aus Dillenburg kam ein Gruß als Pyramide und in Form des „Dillenburger Quartetts“ – ein doppeltes Pas de Deux aus zwei Kalt- und zwei Warmblütern. Eine Premiere auf dem Celler Platz feierte auch der Redefiner Fanfarenzug, der mit galoppierendem Paukenpferd die Masse begeisterte. Eine „hausinterne“ Premiere lieferte ungeahnt Heinz Müller, der zur Freiheitsdressur seinen Landstallmeister in die Bahn bat. Überrascht, aber mit gewohnter Spontanität meisterte Dr. Axel Brockmann auch diese Situation und lernte Robespierre aus einer anderen Perspektive kennen. Die Kollegen aus Mitteldeutschland stellten die in Sachsen-Anhalt wirkenden hannoverschen Vererber vor. Für die hannoversche Pferdezucht galoppierten der Springnachwuchs aus Adelheidsdorf und die Springquadrille über den Platz. Die Dressurremonten und die Rappenquadrille demonstrierten die Stärke der niedersächsischen Dressurpferdezucht. Charakterstärke und Leistungsbereitschaft strahlte die Hengste in den verschiedenen Anspannungsformen aus, besonders das Quadron, eine eher seltene Anspannungsart, bei der vier Hengste voreinander gehen, hatte die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Jeder, der schon einmal Leinen in der Hand hatte, weiß dieses Schaubild besonders zu schätzen. Den Wert des geschichtsträchtigen Auftritts des Neustädter Zwanzigspänners wusste ebenfalls jeder Anwesende zu schätzen, der diese geballte Kraft in der Bahn erlebte. Meisterlich von Rainer Stübing um das Paradeoval gelenkt, beeindruckten die Stuten aus der Mark Brandenburg nicht nur eingefleischte Pferdezüchter. Viele der Stuten der Eliteherde des Hauptgestütes hätten ohne die politische Wende nie das Licht der Welt erblickt. Eine lebende Legende trabte an der linken Vorderposition im Zwanzigspänner: Die inzwischen 18-jährige Poesie, Mutter der Poetin I (Bundeschampionesse und Weltmeisterin 2003) und des Beschälers Samba Hit I. Sie ist eine Tochter des Brentano II und entstammt einer Samenspende, die Landstallmeister a.D. Burchard Bade seinem damaligen Amtskollegen in Neustadt, Heinz Hoppe, spendete. Dieses „Wendegeschenk“ hat segensreiche Früchte in der brandenburgischen Zucht getragen und ist der beste Beweis dafür, dass die Zusammenarbeit der deutschen Staatsgestüte in der heutigen Zeit fundiert die Landespferdezuchten unterstützt.
Von einem besonderen Gefühl der Feierlichkeit war heute der perfekte Auftritt der Große Dressurquadrille geprägt. In ihrer Qualität und Exklusivität einmalig, stellte sie den passenden Rahmen für die Rede des Landstallmeisters Dr. Axel Brockmann dar. Viele Bilder der Zeit des Mauerfalls wurden vor dem inneren Auge lebendig und Dr. Brockmann betonte den Wert der Freiheit, dem höchsten Gut der Demokratie. Mit dem Gruß der Großen Dressurquadrille zur deutschen Fahne begann die Nationalhymne, die von Thomas Freiherr von Stenglin, dem Sohn des vorletzten Landstallmeisters Dr. Christian Freiherr von Stenglin, intoniert wurde. Diese entließ die Zuschauer mit einem erhabenen Gefühl in den Abschluss der Hengstparaden: Die Römerwagen, die donnernd diese gesamtdeutsche Hengstparade feierten.
Quelle PM/Maria Hansen LG Celle
Quaterback und sein Sohn Quadroneur zur Einheitshengstparade im Landgestüt Celle
Foto: bjoern-schroeder.de