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Gebäudeensemble und Außenanlagen

Das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt mit seinem schloßartigen Landstallmeisterhaus im Hauptgestüt gilt heute als Kleinod preußischer Baukunst. Mit Hilfe des Europäischen Ausgleichsfonds und Mitteln des Landes Brandenburg wurde das Gebäudeensemble der Neustädter Gestüte bis Ende 2013 saniert, um dabei einen Beitrag zur Regionalentwicklung zu leisten.

Die Architektur - Preußische Baukunst

Das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt mit seinem schloßartigen Land-
stallmeisterhaus im Hauptgestüt gilt heute als Kleinod preußischer Baukunst. Die Stallungen wurden nach modernsten Erkenntnissen gebaut, hell und gut belüftet, Fußboden aus Klinkersteinen mit Ablaufrinnen.

Das Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse) besteht aus zwei Gestütsanlagen, dem zur Stutenaufzucht und -haltung gedachten Hauptgestüt (Friedrich-Wilhelm-
Gestüt) und dem der Hengsthaltung vorbehaltenen Landgestüt (Gestüt Lindenau). Beide durch eine ein Kilometer lange vierreihige Allee miteinander verbundenen Gebäudeensemble wurden Ende des 18., Beginn des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Baustil errichtet. Sie spiegeln auf der einen Seite die Pracht der Zeit, anderseits aber auch die Zweckmäßigkeit der Komplexe wieder.

Historische Zeichnung, Plan Hauptgestüt
Plan Hauptgestüt - In klassizistischem Stil entstanden die durch eine lange Allee verbundenen Gestüte

Auf Order König Friedrich Wilhelm II. wurde Carl Graf von Lindenau im Jahre 1788 mit der Errichtung einer Pferdezuchtstätte zur Sicherung der Versorgung der preußischen Armee mit Pferden und für den Verkauf ins Ausland beauftragt. Unter der Planung von Graf von Lindenau und Baumeister Ephraim Wolfgang Glasewald entstanden zwei rechteckige Höfe, die in idealer Weise die Leitideen konventioneller Architekturtheorie für eine mustergültige Gutswirtschaft verkörpern.

Hauptgestüt

Die Organisation der Gebäude auf dem Hauptgestüt folgt dem klassischem Schema eines idealen ländlichen Gutshofs. Im Gegensatz zur barock-absolutistischen Baukunst, liegt aber keine Trennung von Wirtschaftshof und Herrenhaus vor, sondern alle Gebäude bilden entsprechend den Mustern ländlicher Hofanlagen eine Einheit.

Die östliche Begrenzung des Hofes bildet das heutige Landstallmeisterhaus und entspricht typologisch einem Corps de logis (Bauform aus franz. Palastbau des 17. und 18. Jh.). Der zweigeschossige völlig symmetrische Mittelbau wird von zwei ein-
geschossigen Seitenflügeln (alle mit Mansardwalmdach) und zwei eingeschossigen Seitengebäuden mit Satteldächern gesäumt. Auf dem Dach des Mittelhauses tront ein Dachreiter und Uhr. Hier wohnte ursprünglich der Gestütsstallmeister im Unter-
geschoß, der Oberstallmeister von Lindenau im hofseitigen Teil des ersten Stockes. Zum Park hin lagen die Räumlichkeiten des Königs. In den Seitenflügeln waren die Wohnungen des Gestüts- und des Beschälwärters untergebracht. An den Längsseiten des Hofes befinden sich nach Süden und Norden die mit Krüppelwalmdächern versehenen eineinhalbgeschossigen Stutenstallungen. Am Westende des Innenhofes liegen links und rechts zwei zweieinhalbgeschossige Offiziershäuser, dazwischen der Fohlenstall. Der Innenhof wird von einer von Linden gesäumten Achse durchzogen und beheimatete Reitbahn und Auslauf für die Pferde.

Alle Gebäude wurden nach dem neuesten Stand der Kenntnisse über die Pferde-
haltung errichtet.

Auf diesem Gestütskomplex findet man herrschaftliche Prachtbauten mit gleichzeitig ländlicher Schlichtheit als ästhetisches Prinzip, sowie mustergültige Funktionalität bezüglich der Technik von Gestüten.

Landgestüt

Auch hier bilden die Gebäude einen rechteckigen - mit Reitbahn und Auslauf versehenen - Innenhof. Das am Nordende des Hofes gelegene zweigeschossige Haupthaus ist ein kompaktes, massives Gebäude. Im Dachbereich der Mittelachse befindet sich eine Art Ädikula mit einer Uhr und einem Geläut. Dieses Gebäude war Wohnsitz des Landstallmeisters und von Unteroffizieren. Die schlichte Fassade erinnert eher an Kasernengebäude aus der Zeit. Auch die sich im Osten und Westen anschließenden einstöckigen und mit Krüppelwallmdächern versehenen Stallgebäude sind sehr viel schlichter als im Hauptgestüt. Dem Wohnhaus gegenüber schloss eine Reitbahn und ein weiterer Stall das Ensemble ab.

„Schlichtheit und Sparsamkeit“ prägten die Bauten der beiden Gestüte.

Sanierung 2013

Das Gebäudeensemble der Neustädter Gestüte wurde bis Ende 2013 saniert. Die Sanierung wurde mit Hilfe des Europäischen Augleichsfonds und Mitteln des Landes Brandenburg durchgeführt, um einen Beitrag zur Regionalentwicklung zu leisten.

Banner "Dieses Projekt wird vom Europäischen Ausgleichsfond für die Landwirtschaft kofinanziert."
Die Gebäudesanierung wurde durch den Europäischen Ausgleichsfond für Landwirtschaft kofinanziert.

Im Folgenden finden Sie eine Aufstellung der historischen Gebäude des Brandenburgischen Haupt- und Landgestüts.

Gebäude des Hauptgestüts

Landstallmeisterhaus

Auf dem Mittelgebäude thront ein Uhrtürmchen und den Platz über der Eingangstür ziert eine Kupfertafel mit der Aufschrift „Friedrich Wilhelm II. errichtete dieses Gestüt zum Besten des Landes 1788.“

Frontansicht des Landtstallmeisterhauses
Das Lanstallmeisterhaus

Das repräsentative Haupthaus des Friedrich-Wilhelm-Gestüts, wie das Hauptgestüt auch genannt wurde, schließt die quadratische Hofanlage im östlichen Teil ab und wurde 1788 erbaut. Die Architektur des zweigeschossigen, streng symmetrischen Mittelbaus entspricht dem „Corps de logis“, einer französischen Palastbauweise aus dem 17. - 18. Jahrhundert. Der spätbarocke Profanbau ist ein Hauptwerk des Baumeisters Ephraim Wolfgang Glasewald. Ein wichtiges gestalterisches Element der Fassade sind die rechteckigen Kreuzstockfenster, außerdem sind im Gebäude zahlreiche Türen und Dielungen vom 18./19. Jahrhundert zu finden. Bis 1945 bewohnte der Landstallmeister die Wohnräume. Die Räumlichkeiten zum Park jedoch, waren dem König vorbehalten und in den Seitenflügeln befanden sich die Wohnungen des Gestüts- und Beschälwärters Heute befindet sich in dem Landstallmeisterhaus die Gestütsverwaltung, sowie das Gestütsmuseum. An das Mittelgebäude schließen sich, typisch für ländliche Hofanlagen, 2 eingeschossige Seitengebäude, die wie der mittlere Teil ein Mansardwalmdach besitzen, an. Das nördliche Seitengebäude ist der historisch wiederhergestellte Beschälerstall, früher standen dort die besten Hengste, heute jedoch wird er für Veranstaltungen genutzt, zum Beispiel für standesamtliche Trauungen und Tagungen . Der südliche Bau war eine Remise, ein Wirtschaftsgebäude.

Nördlicher Stutenstall

An der nördlichen Seite der Hofanlage befindet sich der noch nicht sanierte Stutenstall. Dieser eineinhalb geschossige, massive Putzbau mit Krüppelwalmdach wurde 1788 erbaut. In dem Stalltrakt befinden sich die Abfohlboxen und Laufställe.

Ansicht vom nördlichen Stutenstall des Hauptgestüts Neustadt (Dosse)
Der nördliche Stutenstall

Kavaliershäuser

Wie die restlichen Gebäude der Hofanlage im Hauptgestüt wurden diese beiden dreigeschossigen Häuser auch 1788 erbaut, jedoch sind beide schon umgebaut und saniert.

Kavaliershaus
Das südliche Kavaliershaus

Die beiden massiven Bauten fungieren als markante Eckgebäude der Hofanlage und sind Pendantbauten zum Landstallmeisterhaus. In dem nördlichen Kavaliershaus befinden sich Unterkünfte für Lehrgangsteilnehmer und in dem südlichen Haus sind die Auszubildenden des Gestüts untergebracht.

nördliches Kavaliershaus
Das nördliche Kavaliershaus

Alte Reithalle

Die alte Reithalle, ein massiver Putzbau mit Satteldach, aus dem Ende des 18. Jahrhunderts hat ihre ursprüngliche Nutzung behalten und zählt zu den wichtigsten historischen Gebäuden des Hauptgestüts. In der eingeschossigen Halle werden hauptsächlich die Jungpferde angeritten.

Alte Reithalle
Die alte Reithalle.

Alte Schmiede

An das nördliche Kavalierhaus grenzt die alte Schmiede.

Alte Schmiede
Die alte Schmiede.

In dem Gebäude, wo sich früher eine Schmiede befand und welches ebenfalls ein massiver Putzbau mit Satteldach ist, stehen heute die Junghengste in Laufställen. Auch hier besteht wie bei der alten Reithalle noch Sanierungsbedarf.

38er Stall

Der sogenannte 38er Stall wurde 1788 als Teil des Hauptgestütshofes errichtet und wurde ursprünglich vollständig als Stall genutzt.

38er Stall
Der 38er Stall

Der langgestreckte Putzbau ist massiv mit ebenfalls Krüppelwalmdach. Bereits nach 1875 wurden zum Teil Boxen eingebaut. Der westliche Stallbereich wurde schon wohl um 1900 zum Wohngebäude umgebaut. Das gesamte Gebäude wurde 2007 saniert und beinhaltet nun einen Stalltrakt und Büros.

38er Stall

Schlüterpaddock

Der Schlüterpaddock mit kreuzförmigen Grundriss und dem markanten Türmchen auf dem Dach wurde 1906 erbaut, in den 20-er Jahren folgte ein Anbau.

Schlüterpaddock
Der Schlüterpaddock

Der nach dem Landstallmeister von Schlüter benannte Sommerstall beherbergte früher die Hauptbeschäler, heute stehen in dem massiven Ziegel-Putz-Bau ausgewählte Sportpferde des Gestüts.

Schlüterpaddock

Gebäude des Landgestüts

Altes Verwaltungsgebäude

Das zweigeschossige Gebäude an der nördlichen Seite des Innenhofes des Landgestüts wurde im Jahre 1788 als Beamtenwohnhaus für Gestütsmitarbeiter und deren Familien errichtet.

 altes Verwaltungsgebäude
Das alte Verwaltungsgebäude

Der Bau ist einer der größten barocken Profanbauten im Ruppiner Land, der seine bauzeitliche Fassadengestaltung und Innenstruktur in weiten Teilen bewahre konnteDie langgestreckten Fassaden sind durch Mittelrisalite, Eckquaderungen und Rechteckfenster gegliedert. An der Hofseite hat das Gebäude 3 Eingänge mit Freitreppen und über dem Mitteleingang thront ein Dachäuschen mit Uhr. 1997 musste das Walmdach erneuert werden. Die Gestütsverwaltung hatte viele Jahre, von 1954 bis 2008, ihren Sitz in dem Hauptgebäude des Landesgestüts, dieser wurde nun jedoch in das Landstallmeisterhaus im Hauptgestüt verlegt.

T-Halle

Die moderne Halle mit zwei Reitflächen wurden 2005/2006 neu errichtet.

T-Halle
Die T-Halle

Dort integriert ist ein „gläsernes Klassenzimmer“ für die theoretische Ausbildung. Die Halle dient in erster Linie der reiterlichen Ausbildung von Schülern im Rahmen des Unterrichtsfach "Reiten in der Schule".

T-Halle

Paradeplatz

Der neue Paradeplatz mit der neuen Haupttribüne wurde erstmalig zu den Hengstparaden in 2008 eingeweiht.

Paradeplatz und Haupttribüne.
Der Paradeplatz und die Haupttribüne.

Der Paradeplatz mit der Haupttribüne links bei einem Schaubild der Hengstparaden 2008.

Paradeplatz

Außenanlagen

Auch die schönen und weitläufigen Außenanalagen sollen sowohl nach modernsten Voraussetzungen der Pferdezucht und des -sports angepaßt werden. Die Anlagen erstrecken sich über ein Gelände von 410 Hektar Land.

Allee